22.06.2012: Basslabor @ Mahuumbar, Mannheim (Germany)

Tanzmusikveranstaltung für circa 100-150 Personen mit “Bass Music”:
Deep Techno, Drum & Bass, Dubstep & friends. Der Raum wird aufwändig schallisoliert und gedämmt, und ein custom Soundsystem von DKA (7 kW, Bass runter bis 37 Hz) wird speziell auf die Raumakustik ausgerichtet.
tags: dunkel, hart, treibend, technoid, druckvoll

Location: Mahuumbar, Industriestraße 29, 68169 Mannheim

Datum: Freitag, 22.06.2012

Line-Up:

JOIX (LCR Records)  Live-Video, Debutalbum
DJ Hektik (Tilt-Recordings, T-FREE, Trio-Music)  Live-Video, Studiomix
DJ Mix (5000)  Studiomix
Manhigh O      …

Zeitplan:

22 – 23 Uhr tba tba
23 – 01 Uhr Manhigh O Techno Warmup
01 – 02 Uhr JOIX live! Deep Techno
02 – 04 Uhr DJ Hektik vs. DJ Mix Drum & Bass, Dubstep & friends
04 – 05 Uhr ? (spontan) ?

Eintritt: 5 Euro

Anfahrt:
–> Mannheim, Industriestraße, Ecke Industriestr./Hansastraße (siehe Karte).
Straßenbahn (Linie 1 und 3): Haltestelle Herzogenriedstraße, 2 Minuten Fußweg an der Kirche vorbei entlang der Hansastraße, quer über die Untermühlaustraße/B44 und durch die Bahnlinienunterführung zur Kreuzung Hansastr./Industriestr.

Info: www.basslabor.org

tl:dr Facekick

Die Mahuumbar verwandelt sich für die Dauer des Abends in einen ernsthaften, voll funktionsfähigen Techno-Club (= musikalischen Darkroom für außergewöhnliche Klangfreuden). Die PA (gemietet von DKA) ist an sich schon eine technische Waffe (7.000 Watt, 15″ Bassteile die runtergehen bis 37 Hertz) und wird extra für die Location klangoptimiert. Wer bei der Releaseparty zu JOIX’ Album “Random Control” am 11. Mai da war, weiß, dass der Sound ohne Übertreibung qualitativ in der obersten Liga rangiert…

Der Raum wird wieder komplett umgestaltet, aufwendig schallgedämmt und für bestmöglichen Raumklang vermessen und präpariert. Die Anlage wird dann wieder von ihrem Erbauer/Besitzer/Verleiher Daniel Kiefer höchstpersönlich auf die akustischen Gegebenheiten vor Ort ausgerichtet und für optimale Schallverteilung feinabgestimmt, noch näher an Perfektion dran als beim ersten Mal. Zudem geht der Signalweg von Nadeln/Tonabnehmern/Plattenspielern/Sequencer über Mixer und PA bis hin zu den Boxen und Lautsprechern nur durch hochwertige, funktionale Komponenten (keine Billiglösungen).

Kompetente leistungswillige Artists (zusammen über hundert Gigs, zehntausende Kilometer Bookingreisen quer durch Europa und 48 Jahre Erfahrung mit Musikperformance und Party-Organisation) geben mit der Summe ihrer Erfahrungen ihr Bestes, ohne Star-Allüren, aber mit Leidenschaft.

Auch der Securitymensch ist kein seelisch labiler Prügelcop, der seine Macht missbraucht und die Besucher gängelt, sondern eine anständig entlohnte, professionelle und deswegen für den Job geeignete, Ruhe ausstrahlende Respektperson am Eingang.

Und: spätnachtliche Gratis-Obstkiste, keine MCs, kein Dresscode, free hat.

Die gesamte Veranstaltung ist (abgesehen vom Gentränkeverkauf seitens der Mahuumbar) frei von kommerziellen Interessen und konzentriert sich voll auf Musik und Qualität.

Warum? Weil wir Nerds und Technohippies sind:
– ein Producer, der mit einem eigenhändig zusammengestellten komplexen analogen Modular-Synthesizer und analogem Sequencing kompromissfrei eigenständigen, kraftvollen Techno produziert und live performt
– ein DJ, der seine Lehre bei Drum & Bass abgeschlossen und ein mehrjähriges Praktikum im Turntablismus gemacht hat und seitdem Bass Music zunehmend interdisziplinär studiert & mixt
– ein Grafiktalent und sechsarmiges Organisationsmonster (der Mann im Hintergrund)

Wir mögen verschiedene Spielarten von “Bass Music” (Techno, Elektro/Techhouse, Dubstep, Drum & Bass, Nu Skool Breaks, Hopstep, Fartstep..) und haben manchmal sehr unterschiedliche Vorlieben, aber wir alle wollen tanzen und teilen hohe technische und inhaltliche Ansprüche an Musikperformances und Clubkultur.

Wir wollen hochwertigen, nachhaltigen Hedonismus in einer politisch, sozial und kulturell sinnvollen Struktur. Unsere Basslabor-Party am 22.06.2012 ist ein gemeinsamer Versuch eines Weges zum Ausgang aus der auch musikalischen selbstverschuldeten Unmündigkeit. Wir glauben nicht an den Veranstaltermessias und bemühen uns selbst (mit synergetisch vereinten Kräften), hier und jetzt in Mannheim im Sommerloch 2012, um die Verwirklichung einer über Promolügen hinausgehenden, konkreten Alternative zu musikalischen Monokulturen mit spätkapitalistischer Atmosphäre und Ohrenkrebs-Sound.

Wir setzen uns mit diesem Projekt sehr hohe Massstäbe. Alle diejenigen, die Bass, Techno, Drum & Bass und technoides lieben, aber nicht auf einen einzigen Musikstil festgefahren sind wie ein Priester auf seine Bibel, sind herzlichst eingeladen, an diesem besonderen Abend die “3 Elements of Tech Hop” mit uns zu feiern:
Friedliches Beisammensein, musikalische Evolution und therapeutischer Ausdruckstanz mit Stimmübungen. In greifbarem Bass schwimmen, das Tanzbein schwingen und die Beats den Nebel aus dem Kopf atmen lassen.

Ein Bigup dafür geht an uns selbst, Yusuf von der Mauumbar, den PA-König Daniel Kiefer und die zahlreichen Helfer… Die Idealisten, ohne die außer Kompromissen gar nichts ginge, die es durch Rücknahme ihres Egos überhaupt erst möglich machen, trotz der “Sachzwänge” und der allgemein gesellschaftlich angespannten, trotz der offiziellen Aufschwungspropaganda auf allen Ebenen von wachsender Armut/Massenarbeitslosigkeit, Rezession und gnadenlosem neoliberalem Finanz-/Konkurrenzdruck geprägten Situation so etwas auf die Beine zu stellen: Eine Clubveranstaltung, die wir selbst besuchen wollen würden und uns leisten könnten, frei von Zugeständnissen an Qualität und mit einem erschwinglichen Eintrittspreis von 5 Euro.

Kurz: Dank der selbstlosen, idealistischen Unterstützung der Beteiligten können wir trotz Konkurrenzdruck auf dem Veranstaltungsmarkt ein hochwertiges Produkt (guten Sound) exklusiv zum absoluten Dumpingpreis anbieten, deutlich billiger aber trotzdem oberhalb des Qualitätsniveaus, das derzeit in Mannheim bei vergleichbaren Veranstaltungen üblich ist.

Wenn wir dabei Gewinn machen, dann geht der an das Mohawk. Das ist eine nichtkommerzielle Location in der Industriestraße (direkt neben dem Siebener), die seit 2010 von Helfern des PirArt (Förderverein für Kunst und Kultur e.V.) komplett ehrenamtlich mit DIY-Strategien getragen wird und dem Underground über ein Jahr lang fast jede Woche Clubveranstaltungen, Konzerte und andere schöne Dinge ermöglicht hat, für die der Kulturfinanzmarktstandort Mannheim sonst wenig bis keinen Platz bietet. Aktuell ist das Mohawk durch Bauauflagen bedroht und kann seinerseits verstärkt Unterstützung gebrauchen, und wurde kürzlich mit dem 3. Mannheimer Brückenaward ausgezeichnet.

Wenn dieser Testballon am 22. Juni funktioniert (und den Break-Even-Point erreicht oder wenigstens nicht massiv unterschreitet), dann wird eine monatliche Partyreihe nach dem gleichen Schema angepeilt, die das hohe Qualitätsniveau auf Dauer hält, Impulse setzt und sich künstlerisch und inhaltlich frei entwickelt und vernetzt.

Vorraussetzung wäre die Deckung der Fixkosten von knapp 500 Euro für Anlage, Flyer, Türsteher, Licht, Transportfahrten, Schalldämmungs-Material etc (plus Gage für Gast-DJs). Bis auf den Türsteher (und das Barpersonal der Location) arbeiten alle Beteiligten (inklusive Daniel Kiefer) ehrenamtlich an dem Projekt, auch die internen DJs bekommen nur Benzingeld. Wir brauchen deswegen nur knapp 100 zahlende Gäste bei 5 Euro Eintritt. Das scheint nicht komplett utopisch, insofern gibt es Grund zur Hoffnung. Aber wie immer entscheidet das Publikum, ob es kommt oder nicht… Ihr seid Anonymous, wir reden mit Euch!

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